Vor Ort: Wirbellosentag bei Zoo Zajac, 29.11.2014

Hallo Ihr Lieben,

am gestrigen Samstag war Wirbellosentag bei Zoo Zajac in Duisburg. Da dieses Thema natürlich mitten ins Thema dieses Blogs passt und ich mich ohnehin darauf gefreut habe, Christian Homrighausen und Chris Lukhaup wieder zu sehen, war ich natürlich vor Ort.

Der ganze Tag stand bei Zajac im Zeichen der Wirbellosen. So fand im Vortragsraum eine kleine Ausstellung statt, die teils ausgefallenere Tiere zeigte, größtenteils aber Tiere, die häufiger in den Aquarien zu finden sind. Dennoch war es ganz nett, dass das Interesse der Besucher so auf Wirbellose gelenkt wurde, zumal hier auch die Schnecken eigentlich alle in gutem Zustand waren, was ja sonst leider häufig in Zooläden weniger der Fall ist.

Die Wirbellosen-Ausstellung im Vortragsraum lud zum Beobachten ein, regte aber genauso gut zum Kaufen an.


Höhepunkt und Highlight des Tages waren aber wohl die beiden Vorträge von Chris Lukhaup, die ja bereits im Vorfeld groß angekündigt waren.

Da ich mittlerweile weiß, dass die Thementage bei Zajac in den meisten Fällen lediglich durch die Vorträge/Workshops „gefüllt“ werden – was keinesfalls negativ sein soll, sonder rein zur Information dient – war ich, kurz vor dem ersten Vortrag, gegen kurz nach 11 im Laden.

Der Vortragsraum war bereits relativ gut gefüllt, sodass alle gespannt auf Chris Lukhaup warteten, der pünktlich um kurz vor halb zwölf den Vortragsraum betrat.

Viele interessierte Wirbellosenfans kamen zu den Vorträgen von Chris Lukhaup bei Zajac.

In seinem ersten Vortrag erzählte Chris von seiner Reise nach Florida und den dortigen Flüssen und Seen, in denen einige Wirbellose zu finden sind. Wer Chris kennt, weiß wie gut und kurzweilig man seinen Erzählungen lauschen kann. Ergänzt wurden die Worte durch zahlreiche tolle Fotos von Unterwasserlandschaften und Tieren. Es war hier wirklich spannend, die Tiere – auch Schnecken, die hier bei Aquarianern kaum bekannt sind – und auch die Habitate zu sehen. So konnte man sich auch ein paar Anregungen für neue Aquarienprojekte holen 🙂

 In seinem ersten Vortrag erzählte Chris Lukhaup über seine Reise nach Florida …

 

 … und zeigte zahlreiche Unterwasserlandschaften …

 

 
… und Tiere, die dort leben.

 

 Für mich waren natürlich die Schnecken am interessantesten.

 

 Hier ein Close-up von einer in Florida beheimateten Schnecke. In unseren Aquarien sind diese leider fast überhauptnicht zu finden.

Toll fand ich auch die vielen kleinen Anekdoten, die teilweise nichts direkt mit Wirbellosen, aber mit den Bewohnern der einzelnen Flüssen zu tun hatten. So erzählte Chris auf seine typisch lockere Art, wie er die Fische für das Foto ausgetrickst hat und wie die Schildkröten bis auf 2 m auf einen zuschwammen, bis sie merkten, dass der Gegenüber keine Schildkröte ist. Ich habe viel geschmunzelt 🙂

 Chris erzählt anschaulich von den Schildkröten, die er in Florida beobachtet hat.

 

Der zweite Vortrag war, Wirbellosen-spezialisierter, über Garnelen, deren Habitate, deren Klassifizierung und Garnelenkrankheiten.
Immer wieder betonte Chris hier, wie wichtig es ist, dass wir anfangen, die Garnelen – übrigens gibt es dieses Phänomen auch bei Schnecken – bei ihren „richtigen“ Namen zu nennen und keine Phantasienamen mehr zu geben. Es gibt mittlerweile mehrere Garnelenarten, die verschiedene Namen haben, sich aber in ihrer Art nicht unterscheiden. Dass es hier notwendig ist, diese Phantasie-Zweitnamen nicht weiter zu verbreiten, sollte selbstverständlich sein. Insbesondere, wenn man sich die internationale Garnelenszene ansieht, so macht es Sinn, auch hier die Namen in etwa zu vereinheitlichen. Solange wir das aber in Deutschland schaffen, sind wir sicher schonmal einen ganzen Schritt weiter 🙂
Mit zahlreichen Fotos, und auch Filmen, ging Chris hier auf die einzelnen Lebensräume der verschiedenen Garnelen ein, zeigte, dass manche Garnelen in freier Wildbahn zum Teil in Gewässern ohne Pflanzen leben, sondern dort nur Steine, schnell fließendes Wasser und ins Wasser gefallenes Laub zu finden ist. Andere Garnelen leben eher in Sumpflandschaften als in Flüssen oder Seen, wie wir es uns vorstellen.

Chris Lukhaup erzählt über die Lebensräume der verschiedenen Garnelenarten. Hier sieht man gut, dass teilweise keine Pflanzen in den Habitaten zu finden sind. Lediglich ins Wasser gefallenes Laub ist auf dem Boden zu finden.

Weiter erzählte Chris von den Garnelen in der Natur, vom Verhalten der Tiere und den natürlichen Färbungen. So ist die rote Bienengarnele in der Natur eher ein Fehlfärbung und wurde durch Selektion weiter gezüchtet. Sicher wissen das richtige Garnelenfreunde, für mich als jemand der Wenigen, die Schnecken nicht als Beibesatzt zu den Garnelen halten, sondern den Schwerpunkt anders setzen, war das neu 😉

Außerdem erklärte er anhand einiger Fotos die Klassifizierung der Garnelen. Auch das war sicher für eingefleischte Garnelenfans keine Neuheit, für mich brachte das ein wenig Licht ins Buchstaben- und Zahlenwirrwar 😉 Ich bin mir aber sicher, dass hier, durch die Fotos, auch so mancher Garnelenhalter noch etwas lernen konnte.

Anhand einiger Beispielfotos erläutert Chris hier die Klassifizierung der Red Bee Garnelen.

Zum Schluss erzählte Chris noch ein wenig was über Garnelenkrankheiten und verdeutlichte das ebenfalls wieder mit einigen Makro-Aufnahmen. So gab es u.a. ein tolles Foto, auf dem Kiemenwürmer deutlich zu sehen waren, aber auch über Planarien als Gefahr für die Garnelen wurde berichtet.
Insgesamt gibt es zur Zeit leider immernoch viele Garnelen, die mit unentdeckten Krankheiten leben, da es einfach schwer ist, mit bloßem Auge die Diagnose zu stellen. Andererseites sind die meisten Garnelenkrankheiten auch immernoch unerforscht. Auch das soll sich in Zukunft ändern, wodran mit Hochdruck gearbeitet wird. Logischerweise kann man mit kleinen Mitteln nicht jede Krankheit erforschen, aber mit seinen Fotos hat Chris schon einen großen Teil überhaupt zur Diagnose beigetragen. Gepaart mit entsprechendem Expertenwissen geht das Ganze dann schonmal in die richtige Richtung. 🙂
In der nächsten Breeders & Keepers, die voraussichtlich zur Messe in Hannover erscheint, wird in einem Artikel nochmal näher auf die Krankheiten eingegangen. Dürfte interessant werden 🙂

 

Garnelen und Planarien – ein Thema im Abschnitt „Garnelenkrankheiten“ beim zweiten Vortrag von Chris Lukhaup

Zwischen den beiden Vorträgen war, mit ca. 2 Stunden Pause, genug Zeit, ein wenig durch den Laden zu bummeln und sich dort Inspirationen zu holen. Oder aber interessante Gespräche mit Bekannten zu führen, die sich alle bei Zajac eingefunden haben.
So standen wir irgendwann in kleiner Runde und lernten von Chris die wichtigsten Grundlagen für gute Aquarienfotos. Logischerweise war das nur ein kleines Anreißen des Themas, da hier eine ganze Menge beachtet werden muss. Aber es gab einige Tipps, die jetzt erstmal umgesetzt werden wollen. 🙂

Desweiteren nutze Christian Homrighausen – den kennt Ihr aus den Dennerle Videos – die Pausenzeit, um mit Chris ein paar Videos zu drehen. Wer jetzt denkt, dass da für eine so namhafte Firma dann alles mögliche Equipment aufgefahren wird und ein riesen Team hinter der Kamera steht, irrt gewaltig. Das Filmteam bestand aus Chris, Christian und einer Kamera. Hier wird alles mit kleinsten Mitteln realisiert, ohne Drehbuch oder große vorherige Absprache. Es hat Spaß gemacht, den Jungs bei der Arbeit zuzusehen und festzustellen, dass das, was Ihr später im Video seht, tatsächlich echt ist. Es ist nichts gestellt, sondern Ihr seht Christian und Chris wie sie sind. Einfach drauf los geplaudert und das Video war im Kasten. 🙂

 So werden Dennerle Videos gemacht: Christian Homrighausen und Chris Lukhaup beim Videodreh zum neuen Dennerle Cleanator.

Alles in allem war der Wirbellosentag bei Zajac für mich eine gelungene Veranstaltung, wobei ich bei so Mottotagen gerne auch mehr sehen würde.
Leute, die ggf. von weiter weg nur wegen des Events angereist sind, waren vielleicht enttäuscht, weil sich der Wirbellosentag letztendlich nur aus den beiden Vorträgen zusammengesetzt hat. Wobei ich sagen muss, dass sich hier ein Vortrag von Chris Lukhaup schon lohnt. Wer noch nie bei einem gewesen ist, sollte das mal nachholen 😉
Die Wirbellosenausstellung war okay, aber, da im Vortragsraum, auch eher weniger präsent. Das hätte man ggf. auch etwas ansprechender lösen – vielleicht mit einer Aktionsfläche (Tiere, Literatur, Infos) können, was letztendlich ja auch verkaufsfördernder ist (wobei hier schon gut Tiere verkauft wurden). Logischerweise ist das natürlich auch immer eine Platzfrage, ob das also mal eben so zu realisieren ist, kann ich nicht beurteilen.
Für alle aus der Nähe von Duisburg oder für die, die wissen, auf was sie sich einlassen, sind die Zajac Mottotage aber immer einen Besuch wert. Nichtzuletzt auch, weil man halt irgendwie doch immer auch das eine oder andere bekannte Gesicht trifft und so ständig im Austausch bleibt.
Ich für meinen Teil freue mich auf das nächste entsprechende Event! Vielleicht sieht man sich ja 🙂

Liebe Grüße

Anja

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