Vor Ort: Aquascaping Day „Local Heroes“ bei aqua! nano&more in Köln, 6. Dezember 2014

Hallo Ihr Lieben,

am 6.12. war, anlässlich des 3. Geburtstages von aqua! nano&more, in Köln ein Aquascaping Day unter dem Motto „Local Heroes“.
Geladen wurde zu zwei Workshops von Aquascapern aus der Region. Im speziellen von Aram Schneider, der, im Auftrag von Seachem Deutschland, die neuen Seachem-Produkte näher vorstellte und von Andy Ruppert, der das ADA Schaubecken im Ladenlokal mit schwarzer Lava sehr eindrucksvoll einrichtete. Aber alles der Reihe nach 😉

Los ging es um 12 Uhr mit dem Workshop von Aram. Ich kam um kurz vor 12 Uhr in dem kleinen Ladenlokal an, das zu dieser Zeit schon gut gefüllt war. Die Stimmung war hier bereits vor Beginn des Workshops gut und man fühlte sich direkt zu Hause 🙂 Und das, obwohl ich bis dahin noch nie bei aqua! nano&more gewesen war und ich nur Aram persönlich kannte.

Doris und Roland von aqua! nano&more feierten am 6.12. mit vielen Gästen und zwei Workshops dreijähriges Bestehen ihres Ladens.

So gegen 12 ging es dann los mit dem ersten Workshop. Aram richtete das Schaufensteraquarium von aqua! nano&more neu ein, musste also darauf achten, dass es von beiden Seiten ansehnlich gestaltet wurde.
Die Besonderheit bei diesem Scape war, dass es mit dem Bodengrund Flourite Black von Seachem erstellt wurde. Flourite Black ist eine Art Kies, dessen Steine Mineralien enthalten. Diese Mineralien werden nach und nach abgegeben und fördern so das Pflanzenwachstum. Man benötigt also keinen extra Nährboden mehr.
Außerdem beeinflusst Flourite Black nicht die Wasserwerte und soll länger seine Funktion behalten, als bisher bekannte Produkte.

Zunächst füllte Aram also Seachem Flourite Black in das Aquarium und verteilte es so, dass mittig ein hügel verlief, der zu den Seiten hin, also zu Fenster- und zur Shopseite, abflacht.
Zum Modellieren des Kies wurde hier einfach ein Pinsel verwendet.

Aram Schneider gestaltete das Schaufensterbecken mit Seachem Flourite Black, …
… der hier mit dem Pinsel in die gewünschte Position modellliert wurde.

Als Hardscape verteilte Aram danach drei große Eisenholz-Wurzeln auf dem modellierten Hügel.
Um die Wurzeln etwas interessanter zu gestalten, wurden hier im Vorfeld bereits Anubien auf die Wurzeln geklebt, die mit der Zeit dort festwachsen.

Als Hardscape wurden drei große Eisenholzwurzeln mit Anubien eingesetzt.

Stabilisiert wurden die Wurzeln zum Teil mit Steinen, die unten an der Wurzel befestigt waren und mit Kies ver-/bedeckt wurden.
Zwischenräume wurden dann nochmal mit Flourite Black aufgefüllt, um den Wurzeln weiteren Halt zu bieten.

Um die Wurzeln zu stabilisieren, wurden die Zwischenräume nochmal mit Seachem Flourite Black aufgefüllt.

Bepflanzt wurde mit vorwiegend einfach zu pflegenden Pflanzen. Hierbei erklärte Aram dann auch, auf was man beim Setzen der Pflanzen achten sollte. So setzt er die Pflanzen z.B. immer leicht schräg ein, damit sie durch das Substrat gehalten werden und nicht durch Auftrieb nach oben schwimmen.

Die Pflanzen wurden in kleine Portionen unterteilt, …

… die Aram dann im Aquarium platzierte.

Aram verwendete in seinem Scape sowohl Topf- als auch inVitro-Pflanzen und erzählte bei dieser Gelegenheit ein wenig über die Vorteile der inVitro-Planzen und deren Vorbereitung für die Platzierung im Aquarium.

Hier erkennt man gut das Nährgel bei den InVitro-Pflanzen, …

… das einfach im Wasser abgewaschen werden kann.

Um die Technik mit dem Aufkleben der Pflanzen noch etwas anschaulicher für die Zuschauer zu gestalten, klebte danach noch eine Pflanze auf der Wurzel fest. Hierfür kann man speziellen Kleber aus dem Aquaristikzubehör genauso verwenden, wie lösungsmittelfreien Sekundenkleber.
Wer unter Wasser klebt, sollte allerdings beachten, das der Kleber hier nochmal schneller aushärtet. Also fix sein 😉

Die Pflanzen können auf den Wurzeln ganz einfach mit Sekundenkleber angebracht werden.

Nachdem alle Pflanzen dann verteilt waren, wurde Wasser eingefüllt. Zuvor wurde das Scape etwas mit Küchentüchern abgedeckt und so geschützt. Die Küchentücher haben den Vorteil, dass das Wasser hier langsam durchsickern kann und nicht einen wasserundurchlässigen Gegenstand umspült, wodurch wieder Krater im Boden entstehen können.

Damit war der erste Workshop aber noch nicht vorbei, denn Seachem bietet mehr als nur einen neuartigen Bodengrund:
Damit z.B. Verfärbungen des Wassers durch die eingesetzten Wurzeln keine Chance haben, kann mit Seachem Purigen hier vorgebeugt werden – und das wurde es in dem Fall auch.

Seachem Purigen ist ein synthetisches Adsorptionsharz, das lösliche und unlösliche Inhaltsstoffe aus dem Aquarienwasser entfernt. Dabei filtert es gezielt organische Verbindungen aus dem Wasser und hat kaum Einfluss auf Spurenelemente. Insgesamt ist es leistungsstärker und schneller als andere Filtermedien und kann bei Bedarf, durch das Einlegen in eine Mischung aus Wasser und Bleiche, regeneriert werden.

Aram hatte Seachem Purigen in der Version als 250 ml Dose dabei. So konnte man sich gut einen optischen Eindruck von dem Filtermedium machen. Rein optisch sind Purigen viele sehr kleine creme- bis hellbeigefarbene Kügelchen.
Diese Kügelchen füllte Aram dann in einen der Seachem Filterbeutel „The Bag“, verschloss diesen und legte ihn mit in den JBL Außenfilter. Das war dann auch eigentlich schon die ganze „Hexerei“ rund um Purigen. Ohne viel Aufwand bekommt man so also kristallklares Wasser 🙂

Seachem Purigen wird, im Beutel verschlossen, einfach mit in den Filter gelegt.

Zugegeben, durch das Substrat Flourite Black, das nicht gewaschen werden muss, aber kann, und das hier natürlich sofort vom Beutel ins Aquarium wanderte, war das Wasser am Workshoptag noch durch viele kleine Staubpartikel getrübt. Diese Partikel sind, laut Hersteller, nicht schädlich für Tiere o.ä., sind aber natürlich kein optisches Highlight 😉 Wenn der Flourite-Bodengrund aber das hält, was er verspricht, kann man da gut drüber hinweg sehen, zumal die Trübung auch relativ schnell verschwinden sollte 🙂

Das fertige Scape des Schaufensteraquariums. Noch etwas trüb durch Seachem Flourite Black, die Trübung legt sich aber relativ zügig.

Dann war der erste Workshop des Local Heroes Aquascaping Day rum und aqua! nano&more war um ein schönes Schaufenster-Scape reicher.

Jetzt war genug Zeit, sich mit den anderen Gästen zu unterhalten und ich kam auch relativ schnell ins Gespräch mit Andy Ruppert von Glaskastenkunst, der den zweiten Workshop machte und mit Max, den Ihr ja von Aquarien Deutschland kennt. 🙂
Außerdem war noch genug Zeit, um sich etwas zu Essen zu suchen.
aqua! nano&more liegt in direkter Nähe zu einer Hauptstraße, wo man wirklich alles findet. Verhungern muss hier also niemand, der den kleinen Laden mal besuchen möchte.

Gegen 15 Uhr ging es dann mit dem zweiten Workshop weiter. Diesesmal richtete Andy Ruppert ein ADA-Aquarium mit schwarzer Lava ein.
Zuvor erzählte Roland Numrich von aqua! nano&more allerdings noch ein wenig was zum ADA Bodengrundsystem, das wirklich gut aufeinander abgestimmt ist.

Roland Numrich erklärte zu Beginn des zweiten Workshops den Aufbau des ADA Bodengrundsystems.

Zuerst verteilte Roland hier also die verschiedenen ADA-Bodengrundzusätze wie z.B. Bacter 100 sowie ADA Power Sand im Aquarium.

Fertig vorbereitet sieht das mit dem ADA Bodengrundsystem dann so aus.

Danach war die Bühne frei für Andy, der im Übrigen vor der Einrichtung schon eine dünne Styroporplatte auf den Boden des Aquariums gelegt hat, um ein Rutschen des Substrats bei einem höheren Anstieg zu verhindern. Muss man ja auch erstmal wissen 😉

Da das von Andy für den Workshop gewählte Layout links und rechts jeweils eine Felsformation vorsah, zwischen denen sich in der Mitte ein Weg durchschlängelte, erstellte er zunächst mit JBL ProScape Volcano Mineral einen Unterbau für die Berglandschaft. Somit war der nötige Substratanstieg relativ schnell aufgebaut.

Andy Ruppert modellierte mit JBL ProScape Volcano Mineral seinen Unterbau für die Berglandschaft.

Danach ging es dann mit Soil weiter. Hier verwendete Andy wieder ein ADA-Produkt: ADA Aqua Soil Amazonia.

Auf JBL ProScape Volcano Mineral füllte Andy dann ADA Aqua Soil Amazonia.
Hier erkennt man gut die Anordnung des Substrataufbaus, der in der Mitte Platz für den Weg lässt.

Nachdem der Soil dann so platziert und modelliert war, wie Andy das für den ersten Schritt haben wollte, ging es an die Steinformation.
Hierfür wählte er aus einem relativ großen Fundus an schwarzen Lavasteinen die entsprechenden Stücke aus. Für die spätere Tiefenwirkung wurden vorne größere und hinten kleinere Steine platziert.
Anschließend wurden die Lücken dann nochmal mit Soil aufgefüllt, um die Steine zu stabilisieren.

Hardscape-Platzierung: Aus einer relativ großen Auswahl, setzte Andy die passenden Lavasteine ein …

… und füllte die Lücken mit Soil auf.

Nachdem dann auch hier alles an der richtigen Stelle war, wurde der Weg angelegt.
Hierfür verwendete Andy einen hellen Sand (in dem Fall ADA Colorado Sand) und verteile diesen so zwischen den „Bergen“, dass er vorne einen relativ breiten Streifen hatte und der Weg sich nach hinten immer mehr und sehr stark verjüngte. Auch das kommt der späteren Tiefenwirkung zu gute.

Da, wo es nötig war, wurde der Sand dann noch mit einem Pinsel in die richtige Form modelliert. Damit war dann der Weg angelegt. Ging ja schnell 😉

Mit ADA Colorado Sand wurde, nach der Platzierung des Hardscapes, der Weg erstellt.

Mit einem Pinsel säuberte Andy die Steine und verteilte den Sand an die richtigen Stellen.

Mit kleinen Steinstückchen setzte Andy noch kleine Akzente in den Sand und ließ das Ganze damit nochmal natürlicher erscheinen.

Durch die Platzierung kleiner Steine im Sand wirkt das Scape noch natürlicher.

Anschließend ging es dann auch schon ans Bepflanzen. Auch hier kam wieder Kleber zum Einsatz: Mit Moos wurden Akzente auf die Steine geklebt. Damit es natürlicher aussieht, immer nur dort, wo Vertiefungen sind, also dort, wo das Moos auch in der Natur wachsen würde.

Moos wurde einfach auf dei Steine aufgeklebt. So einfach kann „bepflanzen“ sein 🙂

Als Pflanzen wählte Andy vorwiegend pflegeleichte und weniger anspruchsvolle Arten. Er achtete aber vor allem auch darauf, dass möglichst viele Pflanzen eingesetzt werden, um es den Algen schwer zu machen. Viele setzten ja anfangs eher weniger und nur vereinzelt Pflanzen – vor allem Bodendecker – und lassen die Lücken dann mit der Zeit zuwachsen. Hier haben es die Algen natürlich viel Leichter, sich zu entwickeln als in einem Aquarium mit viel Pflanzenbesatz.

Was nicht aufgeklebt wurde, wurde mit der Pinzette ins Soil gesetzt.

Anschließend wurde auch hier das Aquarium dann mit Wasser befüllt – ebenfalls mit Zewa-Abdeckung. Damit war auch dieses Scape dann fertig 🙂

Wassereinfüllen mit Zewatüchern und Gardena-Düse.

Bepflanzt und befüllt – so sieht das fertige Scape von Andy aus.

Close-up der kleinen Steinstücke, die als Akzente in den Sand gesetzt wurden.

Hier sieht man, wie Andy mit kleinen Steinen einen Soil-Stopp erstellt hat, um hier nichts durch die Lücken rieseln zu lassen.

Insgesamt waren beide Workshops an diesem Tag, auch für Leute, die schon länger dabei sind, ganz informativ. So konnte man bei Aram vieles über die neuen Seachemprodukte lernen, bei Andy hingegen fand ich es total erfrischend, dass er hier keinen firmenbezogenen Workshop gemacht hat, sondern ein so-macht-es-der-Andy Ding. Es gab viele kleine Hilfestellungen und Tipps, die sonst häufig, zu Gunsten der Prouktpräsentation, untergehen. Da Andy hier aber lediglich seine Arbeitsschritte vorgestellt hat, konnte er das gut mit einbauen.
Generell waren beide Workshops auch angenehm locker gehalten, was dann die „familiäre Runde“ auch wieder unterstrichen hat. Die Gäste/Zuhörer wurden hier an vielen Stellen mit einbezogen, sodass schnell auch interessante Gespräche zwischendurch zu Stande kamen und Witze gemacht wurden. Es war wirklich sehr angenehm und ich hätte den Jungs wohl noch bei 5 weiteren Workshops zusehen können 🙂

Ganz nah dran: Durch die Nähe zum „Ort des Geschehens“ wurde das Publikum stark in die Workshops integriert.

Nach den Workshops hatte ich dann noch ein wenig Zeit, mir den kleinen Laden mal näher anzusehen, was natürlich bei diesem Anlass nicht zu kurz kommen darf 😉

Der Eingangsbereich von aqua! nano&more ist, mit einer großen Schaufensterfront, angenehm hell gestaltet. Hier findet man neben dem Kassenbereich auch ein großes Regal mit jeder Menge Zubehör für Aquarien und Bewohner. Das Angebot reicht von ADA über JBL (u.a. die ProScape-Linie) und Dennerle bis zu VIV und OrinocoGlass – es ist also auch preiswertes Zubehör zu haben 😉 Außerdem führt aqua! nano&more jetzt natürlich auch die neuen Seachem Produkte und es gibt ein wenig was zu lesen. Neben einigen Dähne-Fibeln führt aqua! nano&more auch die Dennerle Magazine.

Zubehör, Futter, Literatur – aqua! nano&more führt alles, was das Aquarianer-Herz höher schlagen lässt 🙂

Mit VIV und OrinocoGlass gibt es auch günstigere Glaswaren für ansprechend gestaltete Aquarien.

Neben den Dähne-Fibeln gibt es eine weitere große Auswahl an Büchern und Magazinen.

Besonders beeindruckt hat mich aber hier die Hardscape-Ecke mit entsprechender „Hardscape-Teststrecke“ im hinteren Teil des Ladens 🙂 Hier könnt Ihr euch aus einer relativ großen Auswahl von Wurzeln und Steinen Euer Hardscape auswählen und es dann „probebauen“.
Generell ist der gesamte Hardscape bereich sehr schön gemacht, mit entsprechend dekorierten Aquarien, Bildern und alles insgesamt sehr modern gestaltet.

In der Hardscape-Ecke gibt es …

… jede menge Wurzeln und Steine, …

… die Ihr auch direkt probestellen könnt.

Aber natürlich gibt es bei aqua! nano&more nicht zu Zubehör, sondern auch Aquarienbewohner 🙂 So steht im hinteren Raum ein deckenhohes, wandbreites Regal, voll mit Aquarien. Hier gibt es jede Menge Fische 🙂
Aber auch für Wirbellosenfreunde gibt es Tierchen zu gucken, wenn auch weitaus weniger als Fische. 

Eine ganze Wand voll mit Fischen 🙂 Das erwartet man von außen so garnicht 😀

Aber auch Wirbellose gibt es, …
… in schön gestalteten Aquarien.

Für diejenigen, die sich von Euch also für Nano-Aquaristik und/oder Aquascaping interessieren, ist der Laden eine kleine Empfehlung auch ohne Event.

Insgesamt fand ich den ganzen Local Heroes Aquascaping-Day bei aqua! nano&more eine wirklich gelungene Veranstaltung.
Obwohl für den kleinen Laden vergleichsweise viele Gäste da waren, sodass es teilweise  relativ eng wurde, war das ganze Event dennoch sehr familiär angehaucht. 

Das lag sicher zum Einen an den anwesenden Gästen, die sich untereinander bestens verstanden haben, zum Anderen aber auch an den beiden Aquascapern, die, wie oben schon geschrieben, ihre Vorträge sehr ansprechend gestaltet haben. Sowas hätte ich gerne öfter 🙂
Nicht zuletzt lag es aber mit Sicherheit auch ein großes Stück an Doris und Roland, den beiden Gastgebern, die alle Gäste wirklich toll umsorgt haben. Es gab Kaffee, Softdrinks, Kekse etc. Ein wenig wie ein Happening im eigenen Wohnzimmer. Und wer die beiden kennt, weiß, mit welcher sympathischen Art die das machen 🙂
Zum Schluss bleibt mir jetzt nur, mich bei Doris und Roland und bei Kim zu bedanken für einen sehr schönen Tag in Köln, der für mich, auch als Blogger, weniger Arbeit als viel mehr Spaß war. Danke für Eure Gastfreundlichkeite, für die Organisation dieses Events, für die Auswahl der tollen Scaper und für einfach viele schöne Stunden, die mich sehr gerne haben von Duisburg nach Köln fahren lassen.
Ich wünsche Euch weitere gute, erfolgreiche Jahre mit aqua! nano & more und komme gerne nochmal vorbei, ohne Event, einfach so 😉
Gerne mit Kamera im Gepäck und dann gibt es einen Bericht über den Laden, denn der hat es verdient 🙂
Liebe Grüße
Anja

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