vor Ort: ADA Nature Aquarium Seminar, Zoo Zajac Duisburg, 27.02.2016

Hallo Ihr Lieben,

am 27. Februar fand der diesjährige ADA Aquascaping Tag bei Zoo Zajac in Duisburg statt.
Da ich das große Glück habe, nur wenige Kilometer von Zajac entfernt zu wohnen, war diese Veranstaltung ein Heimspiel für mich und somit war es völlig klar, dass ich dort teilnehme – ganz abgesehen davon, dass ich mich ohnehin immer freue, Zeit mit Jörg und seinem Team zu verbringen.
Und soviel kann ich verraten: Es war wieder mal ein Tag, der sich gelohnt hat. 🙂

Zu Beginn des Tages nahm Jörg Buhlmann die Zuschauer
mit in die Welt der Naturaquaristik von Takashi Amano.

Los ging es mit einer Einführung in das Thema Naturaquaristik und die ADA-Philosophie. Hier erklärte Jörg Buhlmann anschaulich, was Naturaquaristik ist, auf was es ankommt, wie die Verbindung zum „Aquascapen“ ist und wie die Idee des Naturaquariums entstanden ist.
Da Jörg eng mit ADA Japan zusammenarbeitet und einer der wenigen aus der deutschen Aquascaping- und Aquaristikszene ist, der die Ehre hatte, Amano persönlich kennen zu lernen, hatten wir als Zuschauer das Glück, aus erster Hand zu erfahren, was ihm besonders wichtig war und wie er an das Thema Naturaquarium heranging bzw. was seine Intention war.
Eine gelungene Einleitung mit gekonnter Überleitung zur Einrichtung des Naturaquariums, das im zweiten Programmpunkt folgte.

Einrichtung eines Naturaquariums nach ADA-Philosophie

Eingerichtet wurde ein ADA Cube Garden 90-P im Driftwood-Stil – einfach gesagt mit Holz und Steinen als Hardscape. Eine Kombination, die mir persönlich sehr gut gefällt.
Aber wie bei jeder ADA-Einrichtung wurde erstmal mit dem richtigen Aufbau des Bodengrundes begonnen:
Wer sich für ADA entscheidet, bekommt ein System aus optimal aufeinander abgestimmten Komponenten, die, bei richtiger Anwendung, eine lange Standdauer des Aquariums ermöglichen – auch wenn das im Herkunfstland Japan nur selten „nötig“ ist. Dafür ist es wichtig, bei der Einrichtung des Aquariums, die einzelnen Schritte des Bodengrundaufbaus zu berücksichtigen:

Zunächst füllte Alex eine Schicht
Power Sand als Basis ins Aquarium.

Zunächst füllte Alexander Krohn, der gemeinsam mit Jörg Buhlmann das Aquarium einrichtete, dafür eine Schicht ADA Power Sand ein und modellierte diesen mit dem Pinsel (hier: aus einem schwedischen Möbelhaus :-D) so, dass davon – aus optischen Gründen – an den Rändern nichts zu sehen ist.
In diesem Fall hier sollte der Soil später auf der gesamten Bodenfläche platziert werden. Wird in einem Layout nur partiell Soil aufgeschüttet, benötigt man auch nur an diesen Stellen diesen Untergrund.
Power Sand dient als „Unterlage“ für den Soil und beugt, auch bei langer Standzeit, einer Verdichtung des Bodengrundes und somit Fäulnis etc. vor.

Auf den Power Sand wurden noch
Bodenzusätze gegeben, um die optimale
Basis zu schaffen.

Auf den PowerSand werden dann verschiedene ergänzende Bodenzusätze in Pulverform gegeben, die den Boden „aktivieren“. Im Speziellen sind das Bacter 100, Clear Super und Tourmaline BC. Bacter 100 sind nichts anderes als Boden- und Filterbakterien, die die Bedingungen im Bodengrund verbessern und somit für Stabilität im Aquarium sorgen. Clear Super ist ein Aktivkohlepulver, das als Nahrung für die Bakterien dient und die Wasserqualität verbessert.
Tourmaline BC ist ein Bodengrundzusatz, der Holzkohle und Bambus enthält und organische Schadstoffe absorbiert.

Als Soil wurde hier ADA Aqua
Soil Africana verwendet.

Danach wurde der Soil ins Aquarium eingebracht. Um ein bisschen Abwechslung in den Soil-Alltag der Aquascaper und Naturaquarianer zu bringen, entschieden sich Jörg und Alex hier für ADA Africana Soil. Dieser ist rötlich anstatt schwarz/dunkelbraun gefärbt und hat auch eine leicht andere Wirkung auf die Wasserwerte. Wer sein Aquarium also mit Soil einrichten möchte, sollte sich hier durchaus auch über die verschiedenen Angebote informieren.

Die einzelnen Schritte wurden
genau erklärt, um den Zuschauern
möglichst viel Wissen zu vermitteln.

Zwischenzeitlich bereiteten die Jungs von We Scape bereits die Pflanzen und Wurzeln vor, die für die Einrichtung benötigt wurden. Auf den Wurzeln wurde zum Teil, mit Hilfe von ADA Moss Cotton, einem Baumwollfaden, Moos befestigt.
Damit der Workshop keine „ich-hab-da-mal-was-vorbereitet“-Veranstaltung wurde, erklärte Daniel den Zuschauern, wie man das Moos am besten aufbindet und auf was man achten muss. Seine Kollegen bereiteten derweil im Hintergrund die restlichen Pflanzen vor, entfernten also die Steinwolle, teilten Portionen ein etc.

Hardscapeplatzierung im
Aquarium.

Alex platzierte dann Wurzel und Steine im Aquarium. Wichtig ist, dass Ihr Euch die Steine, bevor Ihr sie setzt, genau anseht und die schönste Seite nach vorne setzt (ja, die gibt es). Außerdem dürfen sie natürlich nicht zu symmetrisch gesetzt werden. Wenn Ihr die Kanten dann etwas im Soil versinken lasst, sieht es nochmal natürlicher aus, da die Steine nicht einfach oben aufliegen.

Nachdem das Hardscape platziert
war, wurden Pflanzen und Moss-
steine gesetzt.

Dann wurde bepflanzt. Neben normal gepflanzten Bodendeckern wurden auch Moossteine gesetzt. Dafür wurde auf kleine Lavastücke einfach etwas Moos aufgebunden. Geht relativ einfach, sieht natürlich aus und hat einen schönen Effekt im Aquarium. Und so ganz nebenbei „pflanzt“ es sich natürlich so sehr leicht – dafür ist die Vorbereitung etwas aufwändiger.

Zuschauerfragen wurden während des
Scapens geduldig beantwortet.

Während Alex weiter bepflanzte – das dauert bei einem Aquarium dieser Größe schon seine Zeit, zumal man die Menge der Pflanzen, die bei der Neugestaltung in ein Aquarium gehören, nicht zu gering planen sollte – erklärte Jörg noch alles zur späteren Düngung mit den auf den Soil und die Standdauer das Aquariums abgestimmten ADA-Düngern. Außerdem beantwortete er alle Zuschauerfragen zur Düngung, zum System und zur Gestaltung eines Naturaquariums.

Aufsitzerpflanzen wurden einfach
in Zwischenräume der Wurzel
gesteckt.

Schließlich wurden noch ein paar Pflanzen in die Zwischenräume der Wurzel gesteckt, um die Optik ein wenig abzurunden. Das funktioniert gerade mit Aufsitzerpflanzen ganz gut, deren Rhizome ohnehin nicht in Soil gesteckt werden dürfen.
Die Pflanzen, die ggf. nicht so gut in den Zwischenräumen halten, könnt Ihr an Wurzeln ganz einfach mit ADA Wood tight, einem mit Kunststoff ummantelten Draht, befestigen, bis sie festgewachsen sind.

Das fertig eingerichtete Aquarium
wurde nach dem Workshop auf der
ADA-Verkaufsfläche bei Zoo Zajac
platziert.

Mit der Platzierung der letzten Pflanzen war die Einrichtung dieses Aquariums abgeschlossen. Anschließend standen Jörg und Alex noch für Zuschauerfragen zur Verfügung.

Forests under water – Die Entstehung des größten Naturaquariums der Welt

Danach ging es, nach kurzer Umbau- und Essenspause, weiter mit einem wirklich interessanten Vortrag über die Entstehung des größten Naturaquariums der Welt – dem Lebenswerk von Takashi Amano im Oceanario de Lisboa.

Daniel Metzer erzählte von seiner Zeit in Lissabon als Mitglied
des Einrichtungsteams des größten Naturaquariums der Welt.

Gehalten wurde der kleine Exkurs von Daniel Metzer, Aquascaper und einer meiner Kollegen von We Scape. Daniel hatte vor ca. einem Jahr das Glück, zu den Auserwählten zu gehören, die das Naturaquarium mit einrichten durften, konnte also seine eigenen Erfahrungen in den Vortrag einfließen lassen, was das Ganze recht anschaulich gestaltete.
So erfuhren wir nicht nur, was man quasi überall nachlesen kann, sondern auch welche internen Arbeitsabläufe es gab, dass der Alltag eines Aquascapers unter Amano zwar spannend, aber auch anstrengend ist. Einen Tag lang schwere Wurzeln platzieren, Eimerweise Soil in das Aquarium befördern, Lavasteine nach Farbe sortieren, Pflanzen prüfen und vorbereiten, Moos auf Wurzeln aufbinden – in den unmöglichsten Positionen. Daniel nahm uns quasi nochmal mit auf die Reise nach Lissabon und machte mit dem Blick hinter die Kulissen noch mehr Lust darauf, das Aquarium einmal selbst zu besuchen.
Ein kurzer Film über den aktuellen Stand des Layouts rundete den ganzen Vortrag ab.

Übrigens fand ich ganz interessant, dass das Aquarium mit vielen kleinen Wabi-Kusa eingerichtet wurde. Was hierzulande gerade Trend ist, wird in Japan längst als Standard zum Einrichten von Aquarien verwendet. Und damit wurde geschickt zum nächsten Programmpunkt des Tages übergeleitet:

Wabi-Kusa-Nanoscape: Einrichtung eines FLEXI mini Scape Sets

Der letzte Programmpunkt des Tages vereinte die beiden Trend-Themen Wabi-Kusa und Nano-Aquaristik. Entsprechend dem großen Vorbild Oceanario de Lisboa wurde auch hier – wie im Vortrag von Daniel zuvor gehört – das neue FLEXI mini Scape Set ganz einfach und schnell mit Hilfe von Wabi-Kusa eingerichtet.

Jörg und Andre erklärten alles,
was man zum Thema Wabi-Kusa
wissen muss.

Durch diese Live-Einrichtung führten Jörg Buhlmann und Andre Franken, der ebenfalls ein Kollege der Plattform We Scape ist.
Zunächst erlärte Andre, wie die Wabi-Kusa für diese Einrichtung erstellt wurden: In einer Tüte wurden Soil und Wasser zu einer knetbaren Masse vermischt. Aus dieser Masse wurden kleine Kugeln geformt und mit gewässertem Sphagnum Moos umwickelt. Darauf wurden dann die Pflanzen aufgebunden und fertig waren die Mini-Wabi-Kusa. Klingt einfach? Ist es auch. 🙂

Bisher besteht der Trend „Wabi-Kusa“ in Deutschland größtenteils darin, Pflanzen emers zu ziehen und als eine Art Deko-Element im Wohnraum zu platzieren. Dass man damit aber auch schnell und einfach Aquarien einrichten kann, zeigte Takashi Amano in Lissabon im Großprojekt und Jörg und Andre hier im Kleinen.

Jörg bereitete mit dem ADA Boden-
grundsystem das FLEXI mini Scape Set
für die Wabi-Kusa-Einrichtung vor.

Die Vorbereitungen bzw. der Bodengrundaufbau im FLEXI mini Scaper Set-Aquarium entsprachen denen aus dem ersten Workshop. Anstatt dem Power Sand und der gesonderten Zugabe der Bodenzusätze verwendet man allerdings für kleine Aquarien eigentlich besser den ADA Power Sand Special S, da bei der Spacial-Serie bereits die Zusätze im Power Sand enthalten sind und man sich so die Zusätze sparen kann. Das ist daher interessant, da die Menge der Zusätze sonst viel zu viel für die Einrichtung von ein oder zwei kleinen Aquarien wäre.
Als Soil verwendete Jörg dieses mal den ADA aqua Soil Amazonia – eigentlich wohl der Standard-Soil von ADA.

Schnell eingerichtet: Wabi-Kusa machen
sich nicht nur emers gut.

In den Soil wurden dann einfach die in verschiedenen Größen vorbereiteten Wabi-Kusa gelegt und die Zwischenräume nochmal mit Soil aufgefüllt. So spart man sich das Setzen der einzelnen Pflanzen und hat in kürzester Zeit ein fertig eingerichtetes Aquarium.

Das so eingerichtete aquarium wird sich in den nächsten Wochen ganz normal entwickeln. Die Bodendecker werden sich über den Soil verteilen und die Stängelpflanzen werden entsprechend in die Höhe wachsen – nahezu so, als hätte man jede Pflanze einzeln gesetzt.

Mit der Fertigstellung dieses kleinen Aquariums ging das ADA Nature Aquarium Seminar bei Zoo Zajac dann zu Ende.

Insgesamt war es, wiedermal ein interessanter, kurzweiliger Tag mit spannenden Vorträgen und vielen netten Leuten. Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle bei Jörg Buhlmann und Alexander Krohn von European aquaristics sowie bei Daniel Metzer und seinen Kollegen von We Scape für die Mühe und Liebe, mit der sie den Tag gestaltet haben.

Alle meine an dem Tag entstandenen Fotos findet Ihr auf meiner Facebookseite, auf der ihr auch immer mal wieder viele spannende Hintergrundinfos bekommt.

Weitere Fotos und Berichte zu dem Tag gibt es bei meinen lieben Kollgen von Aquascaping News und We Scape, die ebenfalls vor Ort waren.

Ich für meinen Teil freue mich auf die nächste Veranstaltung dieser Art mit Euch allen und auch auf den ADA Aquascaping Tag bei Zoo Zajac im nächsten Jahr.

Wart Ihr auch vor Ort oder auf einem anderen Workshop dieser Art? Was erwartet Ihr von solchen Veranstaltungen? Ich freue mich auf Eure Kommentare! 🙂

Liebe Grüße

Anja

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