Rote Rennschnecke (Neritina waigiensis)

Hallo Ihr Lieben,

wer auf Facebook etwas in den Aquaristikgruppen oder auf den entsprechenden Seiten unterwegs ist, wird es sicher schon mitbekommen haben: Seit kurzem gibt es für uns Süßwasseraquarianer eine neue Rennschneckenart zu kaufen: die Rote Rennschnecke (Neritina waigiensis).

Da diese Schnecke wunderschön, neu und dadurch noch relativ selten ist, musste ich sie natürlich haben, seitdem ich sie das erste mal gesehen habe. Glücklicherweise zählt http://garnelen-direkt.de – einer meiner Stammdealer – zu den Händlern, die diese Schnecke verkaufen und so stattete ich Frank kurzer Hand einen Besuch ab und suchte mir fünf der schönen Tiere aus.

Neritina waigiensis: Die Rote Rennschnecke (Erstimport: Juni 2015)
erobert seit kurzem die Süßwasseraquarien.

Neritina waigiensis lebt in der Natur auf den Philippinen und kommt nur in vier Biotopen vor, die sie zusammen mit, in der Aquaristik bereits bekannten, anderen Rennschneckenarten bewohnt. Von dort wurden sie im Juni diesen Jahres von Mura Kilic, der ende letzten Jahres auch schon die Galaxy Tiger Garnelen erstmals nach Deutschland holte, importiert.
Der Import verlief, laut Importeur, professionell und mit nur sehr geringen Ausfällen. Entsprechend gesund und fit kamen die Tiere in Deutschland an – und das sagt nicht nur der Importeur, sondern auch alle, die die Roten Rennschnecken mittlerweile bei sich wohnen haben.

Der Trivialname „Rote Rennschnecke“ wird dieser schönen Art übrigens überhaupt nicht gerecht, wie ich finde, denn die Schnecken sind keinesfalls nur einfarbig rot. Viel mehr sind die meisten von ihnen rot-gelb mit schwarzen, verschiedenförmigen Mustern auf dem Haus. Ich habe allerdings auch zwei komplett rote, von denen die eine minimal heller und die andere etwas dunkler ist. Beide dieser Schnecken haben ebenfalls schwarze Streifen auf dem Haus. die für mich irgendwie etwas nach einem Reifenabdruck aussehen.

Der Trivialname „Rote Rennschnecke“ ist, finde ich, etwas irreführend,
da die Tiere keinesfalls ausschließlich in rot gefärbt sind.

 

Es gibt aber auch ganz rote Exemplare, wie Ihr hier sehen könnt.

Die Haltungsbedingungen der Tiere decken sich, laut den Händlern, mit denen der anderen Neritidae (im Speziellen sind das in dem Fall: GH: 6–20°, KH: 2–15°, pH: 6–8, Wassertemperatur: 20-28°C), was ja auch der Aussage entspricht, dass die Tiere in ihrem Habitat mit den bereits bekannten Rennschnecken zusammenleben. Allerdings sollen sie, laut den Angaben mancher Shops, auch an Futtertabletten und Hokaido-Chips gehen.

In jedem Fall schlich die Schnecke im Test um das JBL NanoTab.
Ob hier tatsächlich gefressen wurde, möchte ich aktuell nicht beurteilen.

Diese Aussage würde ich hier gerne komplett bestätigen, kann dies aber nicht sicher sagen. Zwar habe ich, nach einer Fütterung mit JBL NanoTabs, auch manche der Tiere an der Futterstelle gesehen, möchte aber nicht beurteilen, ob sie dort tatsächlich gefressen haben.
Auch ein Kurztest mit zwei der Schnecken in einem separierten Behälter, in den ich eine Futtertablette und ein Kürbis-Chip hineingegeben habe, brachte mir nicht den gewünschten Aufschluss.
Die Tiere hielten sich, nach einiger Zeit, sehr in der Nähe des NanoTab auf, ob sie dort tatsächlich von dem Tab gefressen haben, kann ich nicht sagen. Ein bisschen sah es so aus, möglicherweise interessierten sie sich für den Spirulina-Anteil.
Den Kürbis-Chip ließen sie bei mir völlig außer acht. Ich werde das aber gerne weiter beobachten.

Die Endgröße der Tiere wird in den Shops mit 3 – 3,5 cm beschrieben, was den anderen Neritidae entspricht. Hierzu kann ich bisher auch noch wenig sagen, da meine Tiere – und auch die, die ich bei Frank gesehen habe – alle kleiner sind.
Andere Quellen wiederum sprechen von einer maximalen Gehäusegröße von bis zu 2 cm, was eher meinem Eindruck entspricht – wobei auch bei Garnelen-direkt.de vor Ort bei weitem nicht alle Tiere 2 cm groß waren, also deutlich kleiner, als die meisten „herkömmlichen“ Rennschnecken, die man im Laden so sieht.

Genau wie alle anderen Rennschneckenarten, brauchen übrigens auch die Roten Rennschnecken zwingend eine Abdeckung auf dem Aquarium, da sie sonst gerne mal flüchten gehen.

Größenvergleich: links: eine meiner größten Neritina waigiensis,
rechts: meine, erst wenige Wochen bei mir wohnende, Vittina semiconica
(Ornament-Rennschnecke)

 

Leider gibt es scheinbar kaum eine
Rote Rennschnecke, die keinen
Schaden an der Gehäusespitze hat.

Was ich unbedingt noch ansprechen möchte, ist der Zustand der Gehäuse der Schnecken, damit Ihr bei einer Bestellung nicht enttäuscht seid.
Alle Shops sprechen davon, dass die Tiere Wildfänge sind und es so sein kann, dass manche der Schnecken Gehäuseschäden haben.
Leider sieht es für mich so aus, dass es kaum eine Schnecke dieser Art mit gesundem Gehäuse gibt. Bei allen Schnecken (oder fast allen) sind mindestens die Gehäusespitzen in Mitleidenschaft gezogen – Ihr seht ja, dass das auch bei meinen Tieren der Fall ist und ich suche mir schon immer die schönsten raus. Bei manchen Schnecken ist das Gehäuse auch an anderen Stellen minimal geschädigt, das ist aber eher selten der Fall. Generell sind eigentlich alle Tiere bislang in einem ähnlichen Zustand, was das Gehäuse angeht.
Diese Gehäuseschäden müssen die Tiere bereits in ihrem Lebensraum haben, worin sie sich dann deutlich zu den meisten anderen Neritidae unterscheiden.
Das Verhalten der Schnecken im Aquarium ist allerdings absolut agil.

Wer jetzt gerne seine Aquarien auch mit diesen wunderschönen Roten Rennschnecken bereichern möchte, der muss sich ein wenig beeilen, da die Tiere nur in geringer Stückzahl importiert wurden. Aktuell haben in Deutschlande mit Garnelen-direkt.de, dem Garnelenhaus, Garnelen Gümmer und Garnelen Tom vier (Online)-Shops die Roten Rennschnecken im Programm. Vor-Ort gibt es die Tiere auch bereits in den Mega Zoo Nord Filialen, aber auch hier ist Schnellsein gefragt.
In Österreich gibt es die Tiere über den Shop von Garnelen Baron.

Zukünftig werden weitere Importe der Tiere stattfinden, allerdings selten und mit geringer Stückzahl, um den Bestand der Schnecken in freier Natur nicht zu gefährden.
Alle diejenigen von Euch, die sich die Schnecken ggf. auch lieber selber aussuchen möchten, aber keine Gelegenheit haben, die Online-Shops oder die Mega Zoo Nord-Filialen vor Ort zu besuchen, der darf die Hoffnung haben, dass bei einem der nächsten Importe auch Tiere an andere, vereinzelte Ladenlokale gehen. Ich bin gespannt, wie sich die Sache entwickelt 🙂

Bezüglich der Angabe mit dem Futter halte ich Euch natürlich gerne auf dem Laufenden. Wer an neuen Fotos der Tiere interessiert ist, sollte immer mal wieder auf meiner Facebook-Seite vorbeischauen, auf der ich einige Fotos meiner Tiere veröffentliche.

Wenn Ihr vielleicht schon Erfahrungen in der oben angesprochenen Futterfrage habt, könnt Ihr mir das gerne in die Kommentare posten. Natürlich auch alles das, was Euch sonst so zu diesen schönen Tieren einfällt 🙂

Liebe Grüße

Anja

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