Die Sache mit den Albinos…

Hallo Ihr Lieben,

ich sehe in letzter Zeit in den Facebook-Gruppen immer mal wieder Leute, die stolz ihre Albino-Schnecken zeigen. In dem speziellen Fall scheint es gerade einen Run auf Albino-Tylos zu geben.

Albinos kennt man wohl am besten durch die entsprechenden Kaninchen, Meerschweinchen oder Ratten mit weißem Fell und roten Augen.
Diesen Tieren fehlen jegliche Pigmentierungen, wodurch die Haut sehr hell, das Fell weiß und auch die Augen farblos sind. Das Rot der Augen kommt hier lediglich durch das hindurchschimmern des roten Blutfarbstoffes.

Bei Schnecken ist es so, dass die wenigstens Schnecken ebenfalls Hämoglobin als roten Blutfarbstoff haben. Die Schnecken, bei denen es so ist, sind Posthornschnecken. Und so kann man hier vielleicht auch am Besten die Albino-Thematik auf die Schnecken übertragen.
Bei den Posthornschnecken wären also die Rosa Tiere auch Albinos. Sie besitzen einen roten Körper und ein weißes Haus. Auch der Körper wird hier nur durch das Blut gefärbt.
Die blass-weißen Posthornschnecken, die oft als Albinos bezeichnet werden, sind daher keine wirklichen Albinos, hier fehlen eher rote Blutkörperchen, was die Tiere auch entsprechend kurz leben lässt, aber das nurmal so nebenbei.

Zurück zu den Posthörnern: Habt Ihr hier schonmal nach den Augen der Tiere geguckt? Diese sind, bei den roten (also eigentlich farblosen) Körpern, mangels Färbung, eigentlich kaum zu erkennen, da sie so einfach für uns nicht oder nur schlecht wahrzunehmen sind. Im Vergleich kann man das bei den braun gefärbten Tieren sehr gut.

Bei rosa Posthornschnecken, denen jegliche Pigmentierung fehlt und deren Körper nur
durch das Blut gefärbt wird, kann man die Augen nur erahnen.

 

Posthornschnecken mit braunen Körpern haben deutlich erkennbare schwarze Augen.

So, wieso dieser Exkurs von Kaninchen zu Posthornschnecken, wo letztere beim Thema Albino eigentlich nie genannt werden?
Wie sich die Eigenschaft „Albino“ darstellt, wäre ja jetzt geklärt, glaube ich 😉 Auch bei Schnecken.

Die Tylos, die ich häufig als Albinos sehe, sind wunderschöne Tiere mit relativ hellgelbem Körper und als schwarze Punkte erkennbaren Augen.
Tylomelania haben keinen roten Blutfarbstoff, daher ist hier bei Albinos der Körper auch sehr hell gelblich. Das würde also hinkommen, wobei sich auch die Körperfarbe leicht von den echten Albinos unterscheidet.
Die dunklen Augen sind allerdings ein sicheres Zeichen dafür, dass es sich hier nicht um eine Albino-Schnecke handelt. Ihr solltet also genau die Augen auf machen, bevor Ihr Euch hier ein teures, weil vermeintlich seltenes, Tier kauft. Ja, selten mögen die anderen Schnecken trotzdem sein, das möchte ich an dieser Stelle aber nicht beurteilen. Das Merkmal „Albino“ solltet Ihr allerdings nicht extra bezahlen.

Für alle, die jetzt enttäuscht sind, dass es wohl keine Albino-Tylos gibt:
Doch, es gibt „echte“ Albino-Tylos, mit hellem Körper und hellen, der Farbe des Körpers entsprechenden, Augen.

Auch bei „echten“ Albino-Tylomelania sind die Augen, mangels vorhandener Pigmentierung,
nur blass zu erkennen. (Foto: Zündorfer Aquaristik)

Die liebe Marina hat solche Tiere und auch die Jungs von Zündorfer Aquaristik haben diese im Laden – waren sogar die ersten, die sie in Umlauf gebracht haben.

Wer also Interesse an einer „echten“ Albino-Tylo hat, sollte sich mit diesem Shop mal in Verbindung setzen.

Wer eine „falsche“ Albino zu Hause hat, soll sich nicht ärgern. Die Tiere, die ich gesehen habe, sind allesamt schön, sind halt keine Albinos, aber dafür kann man die Augen gut erkennen. Finde ich eigentlich immer ganz niedlich bei Schnecken 🙂

Liebe Grüße

Anja

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